Aktuelle Meldungen und Veranstaltungen

Meldung vom 30. September 2016

Zeitzeugenfilm „Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ am 3. und 4. Oktober 2016 bei JenaTV zu sehen

Am kommenden 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, sowie am 4. Oktober zeigt JenaTV die jüngste Folge der Reihe „Zeitzeugenwerkstatt“ unter dem Titel „Friedliche Revolution und Deutsche Einheit in Jena. Skizzen einer Bilanz“ – rotierend im Zwei-Stunden-Takt. Die erste Sendung der rund 60-minütigen Zeitzeugendokumentation beginnt am 3. Oktober um 18:00 Uhr, danach startet der Film alle zwei Stunden neu, abschließend mit der letzten Ausstrahlung am 4. Oktober um 16:00 Uhr.

Innerhalb der 2015 entstandenen „Zeitzeugenwerkstatt“ wurden 25 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen befragt, die über persönliche Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke der vergangenen 25 Jahre berichten. Im Mittelpunkt stehen die wechselvollen Ereignisse zwischen Friedlicher Revolution 1989 und Deutscher Einheit 1990, die nach einem Vierteljahrhundert Anlass boten für eine Zwischenbilanz: Was ist gelungen, was missglückt und welches persönliche Fazit kann gezogen werden?

Wo und wie JenaTV zu empfangen ist, erfahren Sie hier. Allen, die sich den Zeitzeugenfilm am 3. und 4. Oktober nicht ansehen können, gilt unser Hinweis, dass wir die komplette Dokumentation zum Jahresende 2016 in unseren YouTube-Kanal einstellen werden: https://www.youtube.com/user/gwsjena

Meldung vom 26. September 2016

„Der Aufstand“ und sein Chronist: Klaus Harpprecht (1927–2016) war Autor der ersten Gesamtdarstellung des Volksaufstandes am 17. Juni 1953

Am 21. September 2016 verstarb der Journalist und Autor Klaus Harpprecht. In zahlreichen Nachrufen wurde an sein Schaffen erinnert, an den Redenschreiber von Willy Brandt, den Biografen von Thomas Mann, den Verlagsleiter, Herausgeber und nicht zuletzt an den Autor vieler bedeutender Monografien. Weniger bekannt ist, dass Harpprechts erstes Buch unter dem Pseudonym „Stefan Brant“ 1954 erschien und die erste fundierte Gesamtdarstellung zum 17. Juni 1953 war. Harpprecht, damals Mitarbeiter im Berliner RIAS („Rundfunk im Amerkanischen Sektor“), prägte mit dem Buchtitel nachhaltig die charakteristische Bezeichnung „Aufstand“. Seine Darstellung bot Lesern erstmals Informationen zu Vorgeschichte, Ereignissen und Deutung des 17. Juni. Das 1957 in 2. Auflage publizierte Buch beinhaltet auch Berichte über die Ereignisse in Thüringer Städten wie Jena, Weimar, Erfurt, Apolda oder Gotha (S. 199 ff.).

Stärker als die zeitgenössischen Darstellungen von Curt Riess (ebenfalls 1954) und Arnulf Baring (1957) zeichnete Harpprecht unter Mitarbeit von Klaus Bölling ein facettenreiches und vielschichtiges Bild des 17. Juni, enthalten sind bereits mehrere authentische Fotos und im hinteren Buchdeckel die später vielfach reproduzierte DDR-Karte mit Ereignisorten des Volksaufstandes. Harpprechts unmittelbare Darstellung prägte die Forschung und Auseinandersetzung mit den Ereignissen am 17. Juni 1953 viele Jahrzehnte; erst in den 1990er Jahren ergänzten neuere Forschungen sein Werk, aber im Wesentlichen traten erst ab 2003 – dem 50. Jahrestag – umfangreiche Gesamtdarstellungen und Einzeluntersuchungen an dessen Stelle.

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