Aktuelle Meldungen und Veranstaltungen

Meldung vom 01. April 2022

Videoporträt 35 Jahre Städtepartnerschaft Erlangen-Jena (1987–2022) zur virtuellen Feierstunde am 8. April 2022

In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre entstanden mehrere deutsch-deutsche Städtepartnerschaften, beginnend mit Saarlouis-Eisenhüttenstadt 1986. Die vierte Partnerschaft zwischen einer Stadt in der Bundesrepublik und in der DDR wurde im Frühjahr 1987 zwischen Erlangen und Jena geschlossen. Obwohl bereits durch die Initiative des Erlanger Stadtrats Claus Uhl 1970 das Interesse aus Oberfranken bestand, ermöglichten erst die Verhandlungen hinter den Kulissen, unter anderem im Vorfeld von Erich Honeckers Staatsbesuch in der Bundesrepublik, diese Partnerschaft auf kommunaler Ebene – bis Ende 1989 allerdings nur punktuell und von DDR-Seite mit handverlesenen Gästen. Es entstanden mühsam ausgehandelte Jahresprogramme, die jeweils nur wenigen Jenaerinnen und Jenaern einen Besuch in der Partnerstadt ermöglichten. Das änderte sich im Herbst 1989 durch die Friedliche Revolution – aus einer anfänglichen Funktionärs- wurde nun eine echte Bürgerpartnerschaft.

Die Geschichtswerkstatt Jena hat Protagonisten der "ersten Stunde" für ein Videoporträt befragt und wird den Film "Zeitzeugen einer Freundschaft" am 8. April (dem historischen Datum der Unterzeichnung in Jena 1987) in einer virtuellen Feierstunde vorstellen. Zu Wort kommen unter anderem die Alt-Oberbürgermeister beider Städte, aber auch Bürgerinnen und Bürger, die sich an die besondere Verbindung erinnern. Während viele vor 1990 eingegangene Städtepartnerschaften inzwischen weitgehend eingeschlafen sind oder nur noch auf dem Papier existieren, lebt die zwischen Erlangen und Jena fort – auch nach mittlerweile 35 Jahren.

 

Meldung vom 28. Februar 2022

Neue Ausgabe der Gerbergasse 18 mit Schwerpunkt AKTEN erschienen

In der neuen Ausgabe wird das Themenfeld AKTEN aus unterschiedlichen Blickwinkeln und Positionen beleuchtet. Wichtige Bezugspunkte sind dabei die Sicherung und Rettung der Akten vor der begonnenen Vernichtung im Zeitfenster Ende 1989 bis Anfang 1990, die heftige Debatte um deren gesellschaftliche Sprengkraft (Vernichten vs. Bewahren) und die letztendlich beispiel-gebende Schaffung eines Stasi-Unterlagen-Gesetzes (StUG), das eine persönliche Akteneinsicht seit 1992 ermöglichte. Zwei Interviews versuchen die damalige Situation darzustellen: Roland Geipel spricht über die Lage in Gera 1989/90 und seine Beweggründe für das Lesen und Bewahren der Akten-kilometer; Frank Ebert war im September 1990 Teil einer Gruppe, die durch die medienwirksame Besetzung der vormaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg einen geregelten Zugang zu den Akten erstritten hat. Im Sommer 2021 wurden die Stasi-Akten formell in das Bundesarchiv eingegliedert und die Sonderbehörde des Bundes-beauftragten (BStU) nach 30 Jahren aufgelöst. Der bisherige Zugang für Betroffene und Forschende soll weiterhin erhalten bleiben. Was fördert die Akten-Einsicht für individuelle Erkenntnisse zutage, was macht die Lektüre mit dem Einzelnen und welche Fragen bleiben bei den Lesern offen? Darüber ist relativ wenig bekannt nach 30 Jahren Stasi-Forschung zu Wirkung und Wirkungsweisen der DDR-Geheimpolizei. Nicht zuletzt stellt sich die Frage, was eigentlich aus dem hauptamtlichen Stasi-Peronal, den Akten-Produzenten, nach 1990 wurde?
Aber auch viele weitere Themen und Beiträge bietet das neue Heft 101: etwa zur Geschichte des Roten Kreuzes in der DDR, zu den frühen Hackerkulturen in Ost und West oder zur Traumatierung infolge politischer Haft – und den Nachwirkungen bis heute. Ebenso enthalten ist ein Artikel zur Überwindung der deutsch-deutschen Teilung durch Liebesbeziehungen im Eichsfeld sowie ein Kommentar zum Verbot der Menschenrechtsorganisation MEMORIAL in Russland, das (im Rückblick betrachtet) leider nur den Auftakt für eine neue Verbotswelle gegenüber den wenigen unabhängigen Stimmen der russischen Zivilgesellschaft markierte. In zwei Rezensionen werden Neuerscheinungen vorgestellt: das oft reißerisch und voyeuristisch behandelte Thema Prostitution in der DDR und die Rolle kybernetischer Einflüsse auf die
überwachungstechnischen Fähigkeiten des MfS.
Das Heft ist wie immer direkt über die Geschichtswerkstatt oder den lokalen Buchhandel erhältlich.

Eine Inhaltsübersicht und einige Leseproben finden Sie hier.

 
 
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